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Kolumne von Sandro Witt im FW - Teil 6

Retter, Piraten und ein freier Rundfunk

Liebe Mitmenschen, ich möchte die heutige Kolumne mit einem großen Dankeschön an die Menschen beginnen, deren Arbeit wir oftmals für selbstverständlich halten.

Derzeit sind witterungsbedingt unsere Rettungskräfte im Dauereinsatz. Oftmals riskieren sie dabei ihre eigene Gesundheit, um uns zu schützen. Das ist aber eben nicht einfach selbstverständlich. Deshalb, Ihr Einsatzkräfte aus allen Bereichen: ein herzliches Glück-Auf für Eure Einsätze.

Am letzten Donnerstag hatte ich zwei besondere Gespräche. Zuerst auf dem Schloss Weitersroda, ein wahrlich kultureller Ort; ich traf den Schlossherrn zum Gespräch. Natürlich sprachen wir über politische Rahmenbedingungen für Kultur auch und vor allem während der Pandemie. Soziale Absicherung, auch von Künstlerinnen und Künstlern, das wurde deutlich, braucht dringend ein Update. Am Ende wurde es noch historisch. Mit Blick auf die Amtseinführung von Therese von Sachsen- Hildburghausen im Jahr 1825 fachsimpelten wir über mögliche kulturelle Akti-onen herum, die diesen Jahrestag 2025 begleiten könnten. Schauen wir mal.

Am späten Nachmittag ging es weiter ins Heldburger Unterland. Hier ist der Süden ja fast schon der Westen. Ich traf dort auf einen waschechten Piraten und lernte viel über die Region und vor allem über die Zuschreibung „ländlicher Raum“. In Berlin und Erfurt wird zwar gerne über diesen ländlichen Raum gesprochen. Ich will aber dafür sorgen, dass nicht mehr über, sondern mit den Menschen gesprochen wird, die hier tagtäglich für ein gutes Leben sorgen.

Spannend waren die Gespräche mit Bewohnern im Landkreis. Wer die Emotionalität der Debatte um das Auto als Fortbewegungsmittel verstehen will, fährt mal mit den Öffentlichen von Haubinda nach Sonneberg oder Hildburghausen. Apropos Haubinda. Wer sich für gute und sichere Bildung mit modernster Technik interessiert, schaut mal im Lietz-Internatsdorf vorbei.

Am Freitag war ich eingeladen zum Erwerbslosenfrühstück in Suhl. Ein wichtiger Austausch, zu dem ich Menschen vom Internationalen Bund traf, die sich engagiert für jene Menschen einsetzen, die vom System einfach abgeschoben oder auf-gegeben werden. Klar ist: Wir dürfen Menschen niemals einfach aufgeben. Wir brauchen solidarische, soziale Absicherung und müssen gleichzeitig massiv in Bildung, Ausbildung und Weiterbildung investieren. Auch dafür will ich mich in Berlin stark machen.

Ein weiteres, durchaus ja von einem Mitbewerber ziemlich unsachlich behandeltes Thema, spielte diese Woche eine Rolle. Der MDR-Rundfunkrat traf sich in Leipzig zu Klausur und Sitzung. Als Mitglied dieses Kontrollgremiums, dem viele Akteure der Zivilgesellschaft angehören, mag ich kurz appellieren: Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut. Sie schützt die freie Berichterstattung. Das bedeutet aber ja gerade nicht, dass Sie nicht alles Recht dazu haben, sich auch zu beschweren. Dafür gibt es gesetzliche Regelungen. Es ist Ihr öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Lassen Sie diesen bitte nicht von Menschen zerstören, die außer anmaaßenden Sprüchen und leeren Behauptungen nichts zu bieten haben.

Übrigens: Tolle Gespräche zu Mitbestimmung und Tarifvertrag hatte ich auch noch. Menschen, die für unter 2000 Euro brutto, bei 40 Stunden, für ein Südthüringer Traditionsunternehmen arbeiten. Wir sprachen auch über die künftige Rente.


Termine

  1. 11:00 - 13:30 Uhr

    Dietmar Bartsch kommt nach Suhl

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