24. Mai 2016

DEFA 70 – ein notwendiger Nachtrag

„Die Mörder sind unter uns“

15.10.1946 Premiere im Berliner Admiralspalast „Die Mörder sind unter uns“

01.11.1955 Ausstrahlung im DFF

18.12.1971 Ausstrahlung in der ARD

 

„Rotation“

16. 09.1949 Premiere im Berliner Kino Babylon

30.04.1954 Ausstrahlung im DFF

13.05.1958 Ausstrahlung in der ARD

 

„Der Untertan“

31.08.1951 Premiere im Berliner Kino Babylon

September 1954 Ausstrahlung im DFF

Dezember 1969 Ausstrahlung einer gekürzten Fassung im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks

Die ungekürzte Fassung durfte in der BRD erst ab 1971 gezeigt werden.

„In der ganzen Welt erhielt der Film hohe Anerkennung. Lediglich in der Bundesrepublik Deutschland wurde er für sechs Jahre verboten, da man den Film als Angriff auf die Bundesrepublik betrachtete, in der viele Ansätze eines erneuten Untertanenstaates sahen. Der Interministerielle Ausschuß für Ost-West-Filmfragen, die für die Filmeinfuhr hauptverantwortliche Stelle, untersagte die Veröffentlichung aufgrund § 93 des StGB, der Herstellung von verfassungsfeindlichen Publikationen verbot. 1956 kam es dennoch zu einer einmaligen Aufführung in Westberlin. Nach einer erneuten Prüfung wurde der Film in einer um zwölf Minuten gekürzten und mit einem die Grundaussage des Films umkehrenden Vorspruch enthaltenen Version im November 1956 freigegeben...Dennoch wurde er im Januar 1957 erneut durch die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) verboten.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untertan_(Film))

DER SPIEGEL schrieb in seiner Ausgabe vom 12.12.1951:

„Ein Paradebeispiel ostzonaler Filmpolitik: Man lässt einen politischen Kindskopf wie den verwirrten Pazifisten Staudte einen scheinbar unpolitischen Film drehen, der aber geeignet ist, in der westlichen Welt Stimmung gegen Deutschland und damit gegen die Aufrüstung der Bundesrepublik zu machen. Der Film lässt vollständig außer acht, dass es in der ganzen preußischen Geschichte keinen Untertan gegeben hat, der so unfrei gewesen wäre wie die volkseigenen Menschen unter Stalins Gesinnungspolizei es samt und sonders sind.“ (zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Untertan_(Film))

„Staudte wurde dann 1952 während der Dreharbeiten zu Gift im Zoo vom Bundesministerium des Inneren dazu gedrängt, eine Verpflichtung zu unterschreiben, künftig nicht mehr für die DEFA zu arbeiten. Dieser Aufforderung kam er nicht nach, wurde deshalb von der Regie abgezogen und produzierte mit Die Geschichte vom kleinen Muck einen Farbfilm, der der DEFA große Erfolge brachte. Der Film Gift im Zoo wurde von Hans Müller fortgesetzt.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Staudte)

 

So viel zum Thema Freiheit der Kunst in der alten BRD.

Eckhard Griebel