21. Februar 2018

Berninger: „Endlich! Ab heute ist die Rasseliste abgeschafft“

Seit heute ist das novellierte Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren in Kraft, das Hunde nicht mehr nach ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse, sondern nach ihrem Verhalten als gefährlich einstuft. „Neben der Abschaffung der Rasseliste haben wir eine Kombination aus Wesenstest und Sachkundenachweis im Gesetz verankert. Fällt künftig ein Hund durch eine Beißattacke auf, so muss mit einem Wesenstest das sozialverträgliche Verhalten des Tieres überprüft werden und auch der Halter mit einer Prüfung nachweisen, dass er die nötige Sachkunde besitzt, einen Hund zu führen. Begünstigt der Hundebesitzer durch die Art der Haltung eine Gefährlichkeit des Hundes, so können Thüringer Behörden künftig bei Vorliegen tatsächlicher Anhaltspunkte auch präventiv Sachkundeprüfungen anordnen“, so Sabine Berninger.

„Die Gefährlichkeit eines Hundes nicht mehr an einer willkürlichen Rasseliste festzumachen, sondern an seinem individuellen Verhalten und möglichen Haltungsfehlern, ist ein effektiverer Schutz vor Tiergefahren. Dass das Problem in den meisten Fällen am anderen Ende der Leine liegt, ist eine Binsenweisheit, die für alle Hunderassen gilt.“

Rot-Rot-Grün hat mit dieser Entscheidung Wort gehalten: im Koalitionsvertrag hatten wir uns die Überprüfung der Rasseliste vorgenommen. Aus den Sachverständigenanhörungen zur Gesetzesnovelle war erneut (wie schon bei den Anhörungen im Gesetzgebungsverfahren 2010 und 2011) deutlich geworden, dass eine Rasseliste den Gesetzeszweck, die Bevölkerung vor von Hunden möglicherweise ausgehenden Gefahren zu schützen, nicht erfüllt. Darauf reagierten die R2G-InnenpolitikerInnen.

„Damit hat endlich das Engagement von HundehalterInnen, ehrenamtlichen Initiativen und Engagierten, die sich seit Jahren für die Abschaffung der Rasseliste stark machen, Erfolg. Der Parlamentarismus ist diesen AktivistInnen zu großem Dank verpflichtet. Dafür, dass sie nicht aufgegeben und in ihrer Überzeugungsarbeit, die vor allem dem Tierschutz diente, gegenüber den Thüringer Landtagsabgeordneten nicht nachgelassen haben.“