9. März 2016 Karlheinz Walther

Leserbrief zu „Ist die Presse gleichgeschaltet?“ SAZ 03 / 2016

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es durchaus auch Zeitungen und Veröffentlichungen in anderen Medien, die nicht von den vier genannten Konzernen gleichgeschaltet sind und trotzdem erwähnenswert. Ein Verschweigen linker und kritischer Medienberichte sollte wir nicht akzeptieren.   Täglich erscheinen „neues deutschland“ und die „junge welt“. Es gibt die „clara“ und den „Disput“, „Sozialismus“, den „Rotfuchs“ , die sozialistische Wochenzeitung „Unsere Zeit“ (DKP) und „Das Argument“ und regionale linke Zeitungen, wie z.B. unsere  UNZ und SAZ , Presseerzeugnisse der Landesverbände DIE LINKE, die Bundesarbeitsgemeinschaft „Rote Reporter“ und  21 Kleine Zeitungen, die in enger Zusammenarbeit mit „neues deutschland“ monatlich erscheinen. Jährlich findet in der Bundesrepublik eine linke Medienakademie zur Weiterbildung ehrenamtlicher linker Journalisten statt.  Auch die Gewerkschaften haben eine Presse! Als nicht gleichgeschaltet betrachte ich auch die Wochenzeitung „Freitag“ und zu Teilen die TAZ.

Ich weiß natürlich, dass damit noch kein gleichwertiges Gegengewicht geschaffen ist, bin aber nicht  bereit die Ansätze dafür völlig zu ignorieren. Im Gegenteil: Ich werbe dafür!

Auch in den großen deutschen Zeitungen und in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern erscheinen mitunter Beiträge von kritischen Autoren und Autorenkollektiven, aus denen man Auffassungen zu politischen Themen erfahren kann, die dem Mainstream widersprechen. Handelt es sich um Fernsehsendungen, so laufen sie in der Regel zu später Stunde, wenn die Menschen zu Bett gehen. Dennoch halte ich eine einseitige Pauschalisierung der gesamten Presse als gleichgeschaltet für falsch. 

In Deutschland ist es zweifellos auch aus rein wirtschaftlichen Gründen für Zeitungen aus dem linken Spektrum nicht leicht den großen Massenmedien Paroli zu bieten. Aber sie sind da. Das demokratische Recht auf Pressefreiheit gibt es bei uns noch, doch niemand bereitet den Linken leichte Wege, um es zu gebrauchen. Es muss immer wieder neu erkämpft werden.

Quelle: http://www.die-linke-suhl.de/nc/presse/news/detail/artikel/leserbrief-zu-ist-die-presse-gleichgeschaltet-saz-03-2016/