29. April 2013

Personalschlüssel sowie Förderung ausländischer Kinder verbesserungsbedürftig

Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Einschätzung des Kita-Gesetzes bei Erzieherinnen zeigt, es hat sich vieles zum Besseren entwickelt, aber Handlungsbedarf bleibt. "In der Gesetzeserarbeitung im Trägerkreis des Volksbegehrens ist es gelungen, den Personalschlüssel für kleine Kinder unter drei Jahren zu verbessern", stellt Margit Jung fest. "Allerdings merken die Erzieherinnen an, dass sich der damals notwendige Kompromiss einer leicht schlechteren Personalbemessung für ältere Kinder in der Praxis negativ auswirkt."

Der Trägerkreis Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik, der das jetzt gültige Gesetz erarbeitet habe, sei durch das Verfassungsgericht an enge Finanzvorgaben gebunden gewesen. "Mit einer Erzieherin für 16 Kinder über drei Jahren weichen wir damit deutlich von den EU-Vorschlägen ab, nach denen lediglich sechs bis acht Kinder von einer Fachkraft betreut werden sollen", so die familienpolitische Sprecherin, die betont: "Wir sollten auf Dauer versuchen, die frühkindliche Bildung auch in diesem Bereich deutlich voranzubringen."

Kritisiert wurde auch, dass es in dem Gesetz keine gesonderte Förderung für Kinder mit Migrationshintergrund gebe. Prof. Dr. Ulrich Lakemann von der Fachhochschule Jena habe bei der Vorstellung der Studie darauf hingewiesen, dass der Ausländeranteil in Thüringen zwar insgesamt klein sei, dass aber dennoch eine gesonderte Förderung in einzelnen Einrichtungen von Nöten sei, wie beispielsweise in der Kita Regenbogen in Jena Lobeda West, wo Kinder aus 30 Nationen zusammen seien. "Wenn die allgemeine Formulierung der Sprachförderung im Gesetz nicht ausreicht, muss auch hier nachgebessert werden", fordert Margit Jung.

Frühkindliche Bildung sei so wichtig, dass sich weder Regierung noch Opposition mit dem Erreichten zufrieden geben dürften. "Wenn Kinder mit Behinderungen noch nicht in Regel-Kitas integriert werden können, weil diese noch nicht umgebaut sind oder entsprechend geschultes Personal fehlt, wenn in Städten Engpässe bestehen, wenn die Zeitressourcen für die Elternberatung nicht ausreichen, dann sind das alles Punkte, an denen drangeblieben werden muss", sagt die Familienpolitikerin.