30. April 2013

Endlich wieder über Qualität von Arbeitsverhältnissen reden

Anlässlich des morgigen 1. Mai, dem traditionsreichen Internationalen Tag der Arbeit, erklärt Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion: "Es muss in Deutschland und speziell auch in Thüringen endlich wieder über die Qualität von Arbeitsverhältnissen diskutiert werden. Sinkende Arbeitslosenzahlen machen Menschen nicht glücklich, wenn sie in Leiharbeit, Niedriglohn und Minijobs geschoben werden. Eine gute Arbeitsmarktpolitik im Sinne der Betroffenen setzt sich für gute Löhne und sichere Jobs ein, statt weiter auf den nur formal guten Zahlen hoher Beschäftigungsquoten zu schwimmen."  

35 Prozent der Jobs in Thüringen sind atypische Beschäftigung und damit in den meisten Fällen nicht existenzsichernd und vom ständigen Rückfall in Hartz IV bedroht. Als bestes Beispiel dafür können Minijobs gelten, von denen es nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums allein in Thüringen 120.000 gibt. So stellen diese beispielsweise im Gastgewerbe 44 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse.

Frau Leukefeld weiter: "Löhne, die zum Leben nicht reichen; Jobs, deren Beschaffenheit jede Chance auf Familiengründung verhindern; Sanktionen, die die Erwerbslosen nur drangsalieren - all dies ist für zehntausende Menschen in Thüringen Alltag. Deshalb müssen wir, statt immer nur an Integration zu denken, endliche gute Vermittlung leisten. Hier ist  die Politik mit den Rahmenbedingungen für Gute Arbeit mehr denn je gefordert. Dazu gehören unsere Forderung nach einem existenzsichernden und flächendeckenden Mindestlohn von 10 Euro brutto und eine Überarbeitung und Verbesserung der Gesetze zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Angesichts der sich immer weiter verschärfenden sozialen Situation in Europa und weltweit gilt unsere Solidarität allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Dafür steht DIE LINKE - nicht nur am Ersten Mai!"