30. November 2012

Prävention gegen HIV und AIDS sowie Hilfe für Betroffene sind das A und O

Anlässlich des diesjährigen Welt-AIDS-Tages am morgigen Samstag, der unter dem Motto "Positiv zusammenleben" steht, fordert die Linksfraktion im Thüringer Landtag, dass auch künftig ausreichend finanzielle Mittel für die Prävention zur Verfügung gestellt und erkrankten Menschen die notwendige medizinische Hilfen zuteil werden müssen.

HIV und Aids seien "eine große Herausforderung für alle gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen", unterstreicht Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. Aids sei eine Frage des globalen Verständnisses. "Wenn Konzerne dringend gebrauchte Hilfe verweigern, dann darf dies nicht hingenommen werden. Verantwortung gegenüber Menschen darf keine Frage des Profits und von Ländergrenzen sein. Dazu muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass Aids und HIV kein randständiges Problem oder ein Angelegenheit von Minderheiten ist", so Ramelow weiter.

Es sei auffallend, dass Schüler und junge Erwachsene oft über die Ursachen für das Zustandekommen dieser Krankheit nicht ausreichend aufgeklärt sind und vielfach die Meinung herrscht, dass dieser Virus nur in der Dritten Welt beheimatet sei. "Die Wirklichkeit sieht anders aus", betont Ramelow. Mit Blick auf Thüringen fordert der Abgeordnete verstärkte Aufklärung in Thüringer Schulen durch Sozialpädagoginnen und -pädagogen, die in den Thüringer AIDS-Vereinen tätig sind.

"Man darf es gar nicht so weit kommen lassen, dass sich Menschen aus Unkenntnis infizieren. Daher ist die Forderung nach Einstellung von zusätzlichen Mitteln für die Prävention mehr als berechtigt", so Ramelow.

Die in Sachsen-Anhalt geplanten Zwangstests auf HIV-Infektionen für Homosexuelle, Drogenabhängige, Obdachlose und Flüchtlinge bezeichnet Ramelow als "im Kern zutiefst rassistisch". "Das pervertiert jede Form des Präventionsgedankens, weil pauschal bestimmte Gruppen an den Pranger gestellt werden. Im Kern ist das ein rassistischer Ansatz", so Ramelow weiter. Die Vorstellung, man könne Aids mit Zwangstests besiegen, seien "obrigkeitsstaatliche Gewaltphantasien".