30. November 2012

Jugendsender nur im Auge zu behalten, genügt nicht

Zu den Äußerungen von Medienministerin Walsmann, die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Jugendsenders im Auge zu behalten, erklärt der medienpolitische Sprecher der Linksfraktion, André Blechschmidt:

"Wir finden es grundsätzlich richtig, dass Frau Walsmann die Schaffung eines Jugendsenders nun auch unterstützt. Als LINKE haben wir wiederholt gefordert, dass ARD und ZDF sich auf ein Anschlussangebot für die Zuschauer, die dem KIKA entwachsen, verständigen müssen. Bereits im Februar dieses Jahres hatten wir anlässlich des Treffens der ARD-Intendanten in Erfurt eine solche Initiative angemahnt und im Juni als LINKE-Medienpolitiker ein Papier dazu verabschiedet. Es wurde Zeit, dass endlich Bewegung in die Sache kommt."

Unzureichend seien dagegen die bisherigen Bemühungen der Medienministerin, den Jugendkanal nach Erfurt zu holen. "Die thüringische Landeshauptstadt hat für Kinder- und Jugendmedien nicht nur gute Standortbedingungen, sondern die besten in der gesamten Republik", betont Blechschmidt. Dafür sei jahrelang - auch mit Thüringer Steuergeldern - investiert worden. "Die Entwicklung des Jugendsenders im Auge zu behalten, wie es Frau Walsmann erklärt hat, heißt nichts anderes, als zuzuschauen, wo er am Ende angesiedelt wird. Das reicht nicht aus!", so der LINKE Medienpolitiker weiter. Nötig seien jetzt dringend Gespräche mit dem Intendanten des ZDF, Dr. Thomas Bellut, und dem Intendanten des ARD-seitig als federführend erklärten SWR, Peter Boudgoust. Außerdem müsse mit den Medienministern der anderen Bundesländer geklärt werden, ob es Mitbewerber um den Standort des Jugendkanals geben werde.

"Herr Dr. Bellut hat am 2. November in einem Gespräch mit den LINKE-Medienpolitikern erklärt, er wäre bereit, den Digitalkanal ZDF Kultur für einen gemeinsamen Jugendkanal aufzugeben. Laut Medienberichten wird die ARD auf den Sender EinsPlus verzichten. Die Pläne sind also schon relativ fortgeschritten und es ist auch klar, dass die Verantwortlichen den Start des Jugendsenders ohne zusätzliche Ausgaben bewältigen wollen. Wichtig in diesen Prozess ist u.a., parallel dazu die Medienangebote aus Thüringen zu erhöhen, weil dies sicherlich mit Grundlage einer positiven Entscheidung sein dürfte", so Blechschmidt abschließend.