20. Februar 2014

Energiewende in Suhl?

Will man die Bilanz bewerten, so kann man das vielleicht so zusammenfassen: Es gibt viele gute Ansätze, aber das Machbare ist bei weitem nicht erreicht!

Insgesamt gibt es 145 Photovoltaikanlagen in unserer Stadt mit einem Gesamtvolumen von 4,5 MW/a. Damit werden 2250t CO2 jährlich nicht in die Atmosphäre gepustet. Die größte Anlage ist auf der ehemaligen Mülldeponie installiert, die Modernste auf den Dächern der Suhler Werkstätten gGmbH. Herausgearbeitet wurde, dass auch für den Privatnutzer bzw. - investor dies immer noch lohnenswert ist. Natürlich sollte man immer - und das nicht nur bei der Photovoltaik – von Fachleuten (z.B. s.o. Herr Weise in der Stadtverwaltung) beraten lassen hinsichtlich der wirtschaftliche Effizienz. Nicht immer scheint die Sonne so, dass deren Nutzung auch im Geldbeutel eine positive Wirkung zeigt. Windenergie ist erst ab einer Geschwindigkeit von 3m/s sinnvoll zu nutzen, was wir in Suhl in der Regel nicht vorfinden. Herausgearbeitet wurde, dass Investitionen, auch auf kommunalen Gebiet, hinsichtlich der Kosten nicht der dominierende Faktor ist, sondern die Neben- bzw. Betriebskosten. Also auch das immer in alle vorbereitenden Überlegungen einbeziehen.

Selbst für die Nutzung der Wasserkraft gibt es bei der Stadt ausgereifte Vorschläge. Ihr Scheitern ist sicher auch der Tatsache der Haushaltsproblematik geschuldet, aber intelligente Investpläne sollten Anwendungen möglich machen. Analoges trifft auf die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchtkörper. Für den neu zu wählenden Stadtrat alles lohnende Aufgaben – natürlich im engen Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung und „Experten“, ohne die lassen sich heute solche Projekte nicht mehr handhaben.

Eine große Reserve ist die Anwendung kommunaler Energie-Managementsysteme. Gebäude richtig analysieren, Schlussfolgerungen ableiten und realisieren- das birgt enorme Einsparpotentiale. Beispiel dafür ist hier der gesamte Schulkomplex auf dem Lautenberg. Beim Bürgermeister unserer Stadt konstituiert sich gerade eine Arbeitsgruppe, die genau in dieser Richtung denken will.

Ein aktuelles Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien ist die Installation eines Hackschnitzel-BHKW, um einen Teil der Heizung für das Ottilienbad darüber abzusichern. Will man das weiter verallgemeinern, muss man natürlich über eine funktionierende Logistik in der Hackschnitzelbereitstellung nachdenken.

Die Fraktion stimmte Herrn Weise zu, dass die Expertenrunde (aus dem Antrag für den European Energy Award; wird nicht mehr gefördert) sich konstituiert und als wirkliches Arbeitsorgan seine Arbeit für neue Energie-Lösungen aufnimmt. Die Fraktion hat sich auch dafür ausgesprochen, künftig genau diese existentiellen Fragen stärker in den Focus ihrer Arbeit zu rücken.

Achim Nickel

Quelle: http://www.die-linke-suhl.de/nc/aktuell/aktuell/detail/artikel/energiewende-in-suhl/